Schnarchtherapie

Schnarchen ist ein weit verbreitetes Phänomen und macht häufig große Probleme in einer  Partnerschaft. Neben den ungünstigen Auswirkungen auf die zwischenmenschlichen Beziehungen stellt aber nicht jede Ausprägung des Schnarchens automatisch auch eine medizinisch behandlungsbedürftige Erkrankung dar. Man schätzt jedoch, dass ca. 1- 4 % der Bevölkerung an einer schweren lebensbedrohlichen Form des Schnarchens leiden, dem obstruktiven Schlafapnoe Syndrom (OSA). 

Obstruktive Schlafapnoe (OSA)

Kennzeichnend ist lautes, unregelmässiges Schnarchen mit nächtlichen Atemaussetzern. Dem Patienten ist die Erkrankung häufig nicht bewusst, jedoch leiden der Partner sehr unter der nächtlichen Geräuschkulisse, so dass getrennte Schlafzimmer ein typisches Zeichen sind. 

Durch die Störung des Atemantriebs der Patienten kommt es in der Nacht vielfach zu Weckreaktionen, so dass der (für die Erholung wichtige) Tiefschlaf des Patienten gestört ist. Die Folgen sind u.a. Abgeschlagenheit am Tag, Konzentrationsmangel, Sekundenschlaf, nachlassende Leistungsfähigkeit.

Diagnostik

Die genaue Abklärung und Einordnung des Schweregrades eines Schnarchleidens erfolgt in einem Schlaflabor. Mittlerweile finden sich Deutschland weit viele Institutionen, die hier die Primärdiagnostik vornehmen können, und sie sollten nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Schlafmedizin und Schlafforschung (DGSM) zertifiziert sein.

Wenn schlafbezogene Atmungsstörungen ausgeschlossen sind und somit ein primäres Schnarchen mit Atemaussetzern nachgewiesen ist, kann hier gezielt therapiert werden.

Therapie

Ein häufiger Begleitfakor der Erkrankung ist ein ausgeprägtes Übergewicht, so dass dessen Beseitigung ein wichtiger Teil der Behandlung ist.

Als symptomatische Therapie wird meist eine Atemmaske (CPAP) verwendet. Die Maske wird nachts über Mund und Nase geschnallt und über eine Maschine wird beim Atmen zusätzlicher Druck aufgebaut, damit genügend Luft in die Lunge gelangt. Viele Patienten vertragen diese Therapieform auf Dauer aber nicht.

Beinahe die Hälfte der Patienten mit Schlafapnoe weisen zudem eine anatomische Veränderung des Gesichtsschädels im Sinne eines fliehenden Kinns mit kleinem Unterkiefer auf, so dass der Zungenraum eingeengt ist. Hier können Protrusionsschienen ("Schnarcherschienen") verwendet werden, die der Patient nachts trägt. Sie sehen wie herausnehmbare kieferorthopädische Apparaturen aus und ziehen künstlich den Unterkiefer nach vorne, so dass der Zungenraum vergrößert wird. Die Behandlung ist einfach und für den Patienten nicht aufwändig. Es muss in einem ersten Schritt ein Abruck und eine Bissregistrierung gemacht werden und unser Techniker stellt dann die Schiene her, die wir in einer zweiten Sitzung einsetzen. Die Behandlung ist bei geeigneten Patienten (mit begleitender Unterkieferrücklage) sehr effektiv, kann jedoch bei Daueranwendung zu Schäden am Kiefergelenk führen.

Als kausale Therapieform wird die anatomische Veränderung des Gesichtsschädels korrigiert, indem der Unterkiefer und ggf. der Oberkiefer operativ nach vorne versetzt werden, sodass Platz für die Zunge entsteht und die Atemwege geöffnet werden (siehe Fehlbissbehandlung). Da diese Therapieform direkt die anatomische Ursache des Schnarchens beseitigt, ist die sehr wirkungsvoll und als Einzige von dauerhaftem Effekt. Als angenehme Begleiterscheinung verbessert sich zudem das Erscheinungsbild der Patienten, da das Gesicht harmonischer wird und sie verlieren Gewicht, da die Nahrungsaufnahme unmittelbar nach der Operation eingeschränkt ist.